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27.04.2022

Das Beratungskonzept zur Herzinsuffizienz an der medius KLINIK OSTFILDERN-RUIT

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Rebecca Dumancic-Salih, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Station E.1 der medius KLINIK OSTFILDERN-RUIT, absolvierte eine Weiterbildung zur Herzinsuffizienz-Assistentin (hearth-failure-nurse) am Herzzentrum Göttingen. Diese Weiterbildung konzentriert sich im Allgemeinen auf die Herzinsuffizienz und die Beratung der Patienten, die an dieser Erkrankung leiden. Gemeinsam mit Kollegen und Ärzten wurde ein Konzept für die medius KLINIK OSTFILDERN-RUIT erstellt, welches momentan auf der Station E.1 eingeführt wird.

Wir haben uns mit Frau Dumancic-Salih darüber unterhalten, was dem Beratungskonzept zugrunde liegt und welche Vorteile für den Patienten bestehen.


Liebe Frau Dumancic-Salih, was versteht man unter einer Herzinsuffizienz?

Die Herzinsuffizienz ist eine sehr häufige Erkrankung, bei der das Herz nicht mehr die volle Leistung erbringt. Das heißt, das Herz ist nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend mit Blut und deshalb auch mit lebenswichtigem Sauerstoff zu versorgen. Typische Anzeichen sind bspw. Atemnot, Erschöpfung, Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit. Dies kann die Lebensqualität erheblich einschränken. Doch mittlerweile gibt es wirklich sehr gute Behandlungsmöglichkeiten, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen und mit ein paar einfachen Regeln lässt es sich sogar ohne Einschränkungen leben.

Und dazu haben Sie ein Beratungskonzept für die Patienten entwickelt?

Ja genau. Ziel des Beratungskonzepts ist es, die Patienten, die unter Herzinsuffizienz leiden, zu beraten und zu schulen, sodass sie trotz und mit ihrer Erkrankung eine gute Lebensqualität haben. So sollen auch Wiedereinweisungen in die Klinik reduziert werden. Jeder Patient sollte seine Erkrankung und den damit verbundenen Lebensstil kennen.

Was bedeutet das nun genau?

Unser Beratungskonzept setzt sich aus 5 Komponenten zusammen:

1. Beratung durch Ärzte und Pflegepersonal
Patienten werden durch qualifiziertes Personal über die Medikamenteneinnahme und die Therapie der Herzinsuffizienz informiert. Zudem werden sie dahingehend geschult, wie wichtig tägliche Bewegung ist und wie sie sich im Alltag verhalten sollen.

2. Herzinsuffizienz-Tagebuch für Zuhause
Die Patienten werden darum gebeten, zur Selbstkontrolle ein Herzinsuffizienz-Tagebuch zu führen. Dieses Tagebuch umfasst die tägliche Gewichtskontrolle und die Vitalzeichen der Patienten – also Blutdruck und Herzfrequenz. Mit diesen Daten kann die Medikation der Patienten optimal angepasst werden. Zudem können negative Veränderungen rasch erkannt und behandelt werden, um eine stationäre Behandlung möglicherweise zu vermeiden.

3. Flyer zum Thema Herzinsuffizienz
Wir haben einen Flyer zusammengestellt, der die Patienten über ihre Erkrankung aufklären soll.
Beispielsweise wird darauf hingewiesen, welche Sportarten sich zur Behandlung der Herzschwäche eignen und dass eine ausgewogene und gesunde Ernährung die Erkrankung günstig beeinflussen kann. Zudem dient er dazu, die Patienten an Termine zu erinnern und er führt die notwendigen Ansprechpartner auf.

4. Hotline / Herzinsuffizienz-Sprechstunde
Nach der stationären Entlassung erfolgt die Aufnahme der Patienten in das poststationäre Programm. Durch eine gute ambulante Betreuung lassen sich bei der Herzinsuffizienz häufige Krankenhausaufenthalte verhindern. Wir verfügen in unserer Herzinsuffizienz-Sprechstunde über hohe diagnostische und therapeutische Möglichkeiten. Der Patient wird von spezialisierten Ärzten und Pflege-Fachkräften betreut. Für jeden Patienten wird ein individuelles und für ihn optimales Therapiekonzept erstellt und damit versuchen wir, die häusliche Versorgung des Patienten zu gewährleisten.

5. Follow up Kontakt
Beim Follow Up Kontakt handelt es sich um eine Nachbesprechung. Diese erfolgt 14 Tage nach dem ersten Ambulanz-Termin. Ein kurzer Check-up zeigt, ob es dem Patienten sowohl aus ärztlicher als auch pflegerischer Sicht gut geht und die Therapie erfolgreich ist. Hierbei misst der Pflegedienst Vitalzeichen, führt ein EKG durch und spricht mit dem Patienten. Der ärztliche Dienst prüft, inwieweit der Patient bereit ist, an diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen mitzuwirken - denn dies bestimmt ganz wesentlich den Behandlungserfolg. Zudem überprüft er, ob die häusliche Versorgung des Patienten sichergestellt ist.

Wie kommt dieses Beratungskonzept bei den Patienten an?
Gibt es schon erste Erfahrungen?

Die Patienten nehmen das Beratungskonzept bisher dankend an. Sie schätzen es sehr, dass wir uns die Zeit nehmen, ihnen den richtigen Umgang mit ihrer Erkrankung zu vermitteln und ihnen alle Behandlungsschritte aufzuzeigen, die notwendig sind, um ihnen zu einer besseren Lebensqualität zu verhelfen. 


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Text und Interview:
Rebecca Dumancic-Salih, Pflegedienst Station E.1, medius KLINIK OSTFILDERN-RUIT
Salome Johnson, Kommunikation u. Strategie, medius KLINIKEN

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