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19.11.2021

Filmdreh zum Thema Endometriose

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Liebe Ivonne, erzähl doch mal, wer bist du und was hast du gelernt?

Ich muss ehrlich gestehen, nach dem Wirtschaftsabitur habe ich mich zunächst einmal nicht für die Medizin entschieden, sondern für ein Lehramt-Studium (Sport und Deutsch). Leider konnte ich dieses aus diversen Gründen nicht abschließen und habe somit eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau gemacht. In diesem Beruf habe ich dann auch einige Jahre gearbeitet.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits schon lange eine Verbindung zur medius KLINIK OSTFILDERN-RUIT, da mein Mann dort viele Jahre gearbeitet hat. Als dann aber meine drei Kinder nacheinander auf die Welt kamen (sie sind alle in Ruit geboren), wurde diese Beziehung noch intensiver – egal ob durch Babyschwimmen, Aquafitness, Rückbildungskurs oder Elternschule. 

Dann kam auch noch ein neuer Chefarzt in die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – Herr Dr. Michael Burkhardt. Beim Kennenlernen stellten wir schnell fest, dass wir eine Gemeinsamkeit haben: Endometriose. Denn dieses Thema hat mich zu diesem Zeitpunkt auch sehr beschäftigt.
So fanden wir also durch unsere Leidenschaft zur Endometriose zueinander. Als 2015 dann die Gründung der Selbsthilfegruppe war, hat mich Herr Dr. Burkhardt dabei unterstützt und bestärkt und so startete unsere Zusammenarbeit. 

Und so entstand dann auch der Wunsch, im medizinischen Bereich tätig zu werden? 
Wie war dein weiterer beruflicher Lebensweg und welche Funktion hast du momentan in den medius KLINIKEN inne?

Ja – genau durch diese Zusammenarbeit kam ich irgendwann an den Punkt, an dem mir klar wurde, dass ich etwas im medizinischen Bereich machen möchte. Jedoch fehlte mir dazu natürlich die medizinische Ausbildung. 
Aber es war mir klar – in der Gynäkologische Ambulanz zu arbeiten, wäre genau der Beruf, in dem ich gerne arbeiten würde. Da habe ich alles, was mich interessiert: ein „bisschen“ Schwangerschaft, ein „bisschen“ Diagnostik, ein „bisschen“ Therapie. 
Und so begann ich eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, die ich aufgrund meines Abiturs und meiner anderen abgeschlossenen Berufsausbildung verkürzen konnte.
Ein halbes Jahr später wurde ich dann die stellvertretende Leitung der Gynäkologischen Ambulanz in der medius KLINIK OSTFILDERN-RUIT und diese Funktion habe ich nun seit drei Jahren inne.

Hast du spezielle Aufgaben?

Durch mein Steckenpferd der Endometriose habe ich natürlich spezielle Aufgaben in unserem zertifizierten Endometriosezentrum. Hier bin ich aktiv bei allen Qualitätszirkeln dabei. Und als Team des Endometriosezentrums versuchen wir, uns immer weiter zu entwickeln und vor allem die Aufgaben für die Rezertifizierungen zu erfüllen.

Nun bist du ja zusätzlich die Leiterin der Endometriose Selbsthilfegruppe Endo Ladies. Und hier entstand auch die Idee zum Film. Wie kam es dazu?

Corona-bedingt haben wir in den letzten zwei Jahren sehr viel Öffentlichkeitsarbeit nur über diverse Online-Kanäle gemacht, v.a. auf Social Media. So bin ich immer im Austausch mit meiner Community – also mit den betroffenen Frauen. Hier bekomme ich sehr intensive Eindrücke in deren Gefühlswelt. Viele haben Angst vor einer OP und der Diagnose. Sie wissen nicht, was sie erwartet und welche Schmerzen auf sie zukommen. 

Und irgendwann hatte ich dann die Idee, ob es nicht möglich wäre, einfach mal in den OP zu gehen und ein paar Fragen zu beantworten, um die Ängste der betroffenen Frauen abzubauen. Bei Endometriose ist es ja so, dass die Diagnose nur im OP gestellt werden kann, da es histologisch durch einen Pathologen ermittelt werden muss, ob es sich um eine Endometriose handelt. Und so muss sich nun einmal jede Patientin – und das auch relativ früh – einer OP unterziehen.
Und Aufklärung ist meines Erachtens der Grundbaustein für das Verstehen der Endometriose.

Diesen Film habt ihr auch an eurem Online-Symposium zum Tag der Endometriose am 08.11.2021 vorgestellt. Was kannst du uns denn zum Symposium berichten?

Ich hatte drei extrem tolle Referenten eingeladen. Natürlich unseren Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Leitung des zertifizierten Endometriosezentrums in Ruit, Dr. Michael Burkhardt. Zudem Chefarzt Prof. Dr. Stefan Renner vom Endometriosezentrum in Böblingen und die Leiterin des Endometriosezentrums der Charité Berlin, Prof. Dr. Sylvia Mechsner.
Das Symposium selbst kam sehr gut an – live dabei waren 380 betroffene Frauen: aus ganz Deutschland, aus Österreich, der Schweiz und sogar aus England, Kanada und Russland.
Das Video, das wir weiterhin auf YouTube zur Verfügung gestellt haben, wurde bisher über 700 Mal angesehen. Auch der Chat, den wir zum Schluss für Fragen geöffnet hatten, explodierte – bei Frage 184 mussten wir dann irgendwann Schluss machen.
Und es kamen im Nachgang auch noch unglaublich viele Emails, Rückmeldungen und Danksagungen. 
Das zeigt mir, dass dies ein gutes Projekt war und dass wir solch ein Symposium definitiv wiederholen möchten. Die Planung für das kommende Jahr läuft bereits.

Das heißt, du hast bereits schon die nächsten Projekte geplant?

Definitiv sind weitere Projekte in Planung. Ich würde nächstes Jahr gerne über das Jahr verteilt vier Online-Symposien anbieten.
Wenn es möglich ist, wäre nächstes Jahr im Herbst – zum Tag der Endometriose am 29.09 – eine Präsenzveranstaltung, bzw. Hybrid-Veranstaltung geplant – d.h. dass so viele Betroffene wie möglich vor Ort erscheinen, sich andere aber auch zusätzlich noch per Livestream einloggen können.
Dies organisiere ich gemeinsam mit Herrn Dr. Burkhardt und die Planungen laufen schon auf Hochtouren.

Zudem möchte ich den Austausch via Zoom gerne beibehalten, um Betroffene aufzuklären.
Weiterhin habe ich regelmäßige Online-Treffen mit meiner Selbsthilfegruppe und wir tauschen uns auch per WhatsApp aus. Und dann gibt es noch ca. 800-1.000 Betroffene auf unseren Facebook- und Instagram-Kanälen, die immer mal wieder das Angebot der Selbsthilfe in Anspruch nehmen. 

Beibehalten möchte ich natürlich auf jeden Fall auch meine Sendereihe „Offene Sprechstunde“ . Hier können Betroffene persönliche Fragen an einen Experten stellen. Damit diese nicht in lateinischen Fachbegriffen, sondern auf die Patientinnen zugeschnitten beantwortet werden, bin ich mit am Start. Ich hake so lange nach, bis die Frage adäquat beantwortet ist. 

Was hast du beruflich so vor?

Eigentlich bin ich schon dort angekommen, wo ich hinwollte. Ich kann sagen, dass ich meinen Traumberuf definitiv gefunden habe. Ich bin sehr glücklich im medizinischen Bereich und der Gynäkologie und mache meine Arbeit wirklich mit Herzblut. 

Möchtest du sonst noch etwas loswerden?

Ein großes Dankeschön möchte ich an alle aussprechen, die mich unterstützen! Es ist unglaublich wertvoll, Menschen um sich zu haben, die nicht nur Kompetenz und Expertise mitbringen, 
sondern die auch noch dazu bereit sind, mitzumachen und sich einzubringen.
Auch die medius KLINIK OSTFILDERN-RUIT, meine Kolleginnen und Kollegen dort sowie andere Abteilungen, die immer hinter mir stehen – wenn man so ein Team hinter sich hat, kann nur Großartiges entstehen.
Ich freue mich auf die nächsten Jahre. 
 

Hier könnt ihr euch den Film in voller Länge ansehen

Making-of

Weitere Informationen findet ihr auch unter

www.medius-kliniken.de
oder
www.endoladies.de

Das Interview führte Salome Johnson, Kommunikation u. Strategie, medius KLINIKEN

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