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Fort- und Weiterbildungen

16.10.2020

Fortbildung zum Airway Management

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Am 13. Oktober 2020 fand eine Anästhesie-Fortbildung zum Thema "Airway Management" statt. Der unerwartete "schwierige Atemweg" fasst per Definition alle Probleme zusammen, die während der Atemwegssicherung zu Beginn einer Narkose oder bei einer Notfallsituation auftreten können.

In beiden Fällen gilt: Wenn die Sicherung der Atemwege durch mehrfache Fehlintubationen oder schwierige bis unmögliche Maskenbeatmungen nicht gelingen, kann es zu einer akut lebensbedrohlichen Situation für den Patienten kommen. Die Atemwegssicherung ist eine Kernkompetenz der Anästhesie sowie der Intensiv- und Notfallmedizin. Im klinischen Alltag ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu solch einer Situation kommt, relativ gering. Dennoch oder gerade deshalb ist es notwendig, das Personal aus den entsprechenden Bereichen zu schulen. 

Als Grundlage für die Fortbildung diente der „Schwierige Atemweg“ Algorithmus, bei dem man anhand vorgegebener Leitlinien verfährt. Der Algorithmus des „Schwierigen Atemwegs“ ist wissenschaftlich eng an der im März 2015 erschienenen S1 – Leitlinie Atemwegsmanagement des DGAI angelehnt. Arzt und Pflegende kennen diese und arbeiten sie Punkt für Punkt ab. 

Das Simulationstraining und die praktischen Workshops sind wichtige Übungsmöglichkeiten, um im Ernstfall diese teilweise komplexen Abläufe einsetzen zu können. Somit entstand die Idee für diese Fortbildung.

Ziel war es, die klinischen strukturellen Gegebenheiten mit dem vorhandenen Personal zu verknüpfen, um mehr Sicherheit in diesem Problembereich zu erzielen. Der Workshop fand als ganztägige Veranstaltung im externen OP in der ZNA in Nürtingen statt. Ein kurzer, theoretischer Teil diente zur Erläuterung des Atemwegs-Algorithmus. Im praktischen Teil konnten die Teilnehmer an vier Stationen die „unterschiedlichen Handwerkszeuge“ der Atemwegssicherung kennenlernen und unter fachlicher Anleitung der Ärzte und Fachpfleger üben. Es wurde die supraglottische Atemwegssicherung mittels Larynxmaske und Larynxtubus am Phantom geübt. Ein weiterer Programmpunkt war die konventionelle Intubation mit Laryngoskop oder mittels Videolaryngoskop, bei dem ein Tubus unter Sicht eingeführt wird. Die fiberoptische Intubation mit flexiblem Bronchoskop war sicherlich ein interessanter Punkt. Besonders beliebt als Übung war der chirurgische Atemweg. Hierbei wird an einem Tierpräparat (Schweinetrachea) die Notfalltracheotomie durchgeführt. Eine Maßnahme, die als „Ultima Ratio“ gilt und trotzdem auch oder gerade deshalb in kritischen Situationen beherrscht werden muss. Es wurde die klassische Koniotomie und das Punktionsverfahren gezeigt sowie geübt.

Die Fortbildung fand großen Anklang bei den Teilnehmern, die zahlreich erschienen waren.

Text: Elke Bazle, Anästhesie Pflegedienst und Dr. Martin Feiler, Oberarzt, Zentrum für Ambulantes Operieren

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