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Fort- und Weiterbildungen

11.11.2020

Stipendium "Managerin in Akut- und Notfallmedizin"

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Das Departement für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke und die Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) e.V. vergeben für die DGINA-3 Länder Akademie Stipendien für Interessenten aus dem Bereich Pflege einer Notaufnahme.
Eines der raren und begehrten Stipendien hat unsere Kollegin Carina Kutschbach, Leitung ZNA Pflegedienst, erhalten.

Wir haben bei Carina Kutschbach nachgefragt:

medius KLINIKEN (mK): Liebe Frau Kutschbach, seit 2019 sind Sie die pflegerische Leitung der Zentralen Notaufnahme in der medius KLINIK OSTFILDERN-RUIT. Was hat Sie dazu bewogen, sich auf das Stipendium zu bewerben? Und wie verlief der Bewerbungsprozess?
Carina Kutschbach (CK): Ich hatte schon einige Zeit nach einer Weiterbildung gesucht, die speziell auf meine Tätigkeit als Leitung der Zentralen Notaufnahme ausgerichtet ist. Frau Otteni - unsere stv. Pflegedirektorin - hat mich auf das Stipendium der DGINA hingewiesen. Ich informierte mich über die Weiterbildung und habe schnell gemerkt, dass die Weiterbildungsinhalte für meine Bedürfnisse als Leitung der Notaufnahme genau passend sind. Für die Bewerbung verfasste ich ein Motivationsschreiben, bat Vorgesetzte und Kollegen um ein Empfehlungsschreiben und sendete dies zusammen mit meinem Lebenslauf an die DGINA.

mK: Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie die Zusage bekommen haben? Mussten Sie lange auf diese warten und wann haben Sie mit Ihrer Weiterbildung begonnen? 
CK: Ich habe mich wahnsinnig gefreut. Da sich auf dieses Stipendium sehr viele Pflegekräfte bewerben, habe ich fast nicht mit einer Zusage gerechnet. Nach einer Corona-bedingten Verzögerung habe ich im April diesen Jahres die Zusage bekommen. Das erste Fortbildungswochenende war dann Ende September.

mK: Es handelt sich hierbei ja um eine Weiterbildung – ganz speziell für Mitarbeiter der Notfallaufnahmen und der Abschluss, den Sie im Rahmen dieses Stipendiums erlangen, nennt sich „Managerin in Akut- und Notfallmedizin“. Welche Inhalte bekommen Sie in der Fortbildung vermittelt?
CK: Die Hauptinhalte der Fortbildung sind:
• Führung und Gesprächsführung
• Führung und Konfliktmanagement
• Zeitmanagement, Selbstorganisation und Teamentwicklung
• Prozesse, Strukturen und Change Management in der Notaufnahme
• Allgemeine Einführung in Betriebswirtschaftslehre, Krankenhausfinanzierung und Notaufnahme-Ökonomie
• Recht und Risiko in der Notaufnahme

mK: Wie können Sie die vermittelten Inhalte in den medius KLINIKEN anwenden? Gab es bspw. schon eine Begebenheit, bei der Ihnen die Weiterbildung geholfen hat?
CK: Als Leitung einer Notaufnahme oder einer Station / Funktion - und da werden mir vermutlich alle anderen Stationsleitungen recht geben - ist eine gute Kommunikation mit den Mitarbeitern das A und O.
Sich auch in schwierigen Situationen deutlich auszudrücken und eine gute Kommunikationskultur zu leben, ist für unsere tägliche Arbeit sehr wichtig. Nach dem ersten Fortbildungswochenende hatte ich schon einige gute Tipps an der Hand, um schwierige Gespräche führen zu können.

mK: Was war für Sie bisher das spannendste oder unbekannteste Thema?
CK: Wie motiviere ich Mitarbeiter und wie kann ich auch die intrinsische Motivation des Einzelnen ansprechen. Jeder Mitarbeiter möchte seinen Beitrag leisten, sich in seinem Team integriert fühlen und auch einen gewissen Einfluss auf Arbeitsabläufe einnehmen. Da gilt es für mich als Leitung, gemeinsam mit dem Mitarbeiter die Stärken herauszufinden und vermeintliche Schwächen in Stärken umzuwandeln.

mK: Wurden Ihre Erwartungen bisher erfüllt? Würden Sie die Weiterbildung weiterempfehlen? Was macht die DGINA Ihres Erachtens aus?
CK: Ja absolut, der Kurs besteht aus 13 Teilnehmern, darunter 11 ärztliche Leitungen der Notaufnahme und 2, einschließlich mir, Pflegekräften. Die Weiterbildung lebt durch den Austausch, Erfahrungen und Einblicke aus anderen Notaufnahmen aus ganz verschiedenen Teilen Deutschlands. Und genau das, denke ich, macht auch die DGINA aus: Austausch zwischen Notfallmedizinern, Notfallpflegern und dem Rettungsdienst, ebenso eine qualitativ hochwertige Entwicklung in der Notfallversorgung.

mK: Die Weiterbildung schließen Sie mit einer Facharbeit ab. Wissen Sie schon das Thema, über das Sie schreiben werden und warum haben Sie sich gerade dieses ausgesucht? Bzw. über welches Thema würden Sie gerne schreiben?
CK: Im Moment schwanke ich noch zwischen zwei Themen. Das erste Thema wäre die Einführung eines Einarbeitungskonzepts diverser Berufsgruppen, die an der Notfallversorgung beteiligt sind, natürlich unter Berücksichtigung sämtlicher erlernter Methoden der Weiterbildung.
Das andere Thema, das mich sehr interessieren würde, ist die Einführung des CRM (Critical Ressource Management). Unter CRM versteht man ein Schulungskonzept für die Verbesserung der Teamperformance. Das CRM kommt aus der Luftfahrt - ursprünglich stand es für "Cockpit Resource Management". In den letzten Jahren wird es aber auch immer mehr in der Medizin verwendet. Ziel ist es, durch die Simulation von kritischen Situationen, die im Arbeitsalltag auftreten können, das medizinische Wissen, die Fähigkeiten und das gemeinsame Arbeiten in einem Team zu trainieren. So soll das Team auf den möglichen Ernstfall vorbereitet werden, um Fehler, Probleme und unerwartete Situationen zu meistern, was wiederum das Outcome verbessert.

mK: Zu guter Letzt: Welche weiteren Zukunftspläne hegen Sie, Frau Kutschbach?
CK: Zunächst einmal möchte ich meine Weiterbildung zur Managerin in Akut- und Notfallmedizin erfolgreich abschließen und das Erlernte in meinen Tagesablauf integrieren. Es gibt noch einige spannende Weiterbildungen, für die ich mich interessiere - sowohl medizinisch/pflegerisch wie auch im Managementbereich.

mK: Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch! Wir wünschen Ihnen alles Gute für den Abschluss Ihrer Weiterbildung! 
 

 

Das Interview führte Salome Johnson, Kommunikation und Strategie, medius KLINIKEN

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